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Nordhessen

Stammbaum der nordhessischen Hennighausen

Den Stammbaum der hessischen Hennighausen können Sie über den Link zu einsehen. Die Kurzanleitung zur Benutzung von WEBTREES finden Síe unter Anleitung zu Webtrees.

Grebenstein   Google Maps


Grebenstein – aus der Topographia Hassiae – Merian 1655 (Quelle gemeinfrei: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Grebenstein_(Merian).jpg)

In Nordhessen sind die Hennighausen ab der Mitte des 16. Jahrhunderts in Grebenstein zu finden. Mehrere Familien durchleben im Schutz der Mauern Grebensteins den 30-jährigen Krieg. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts stirbt die Familie in Grebenstein aus. Noch heute steht in Grebenstein ein Haus erbaut im Jahre 1712, das mit seiner Inschrift auf den Erbauer Johannes Hennighausen hinweist. Der Spitzenahne in Grebenstein ist Caspar / Jasper Hennighausen, der 1569 als Einwohner erwähnt wird. Der letzte männliche Nachkomme in Grebenstein war Johann Martin Hennighausen (1716-1750). Die spannende Frage ist, woher kam díeser Caspar / Jasper? Anhand der Steuerunterlagen ist zu ersehen, dass er zwischen 1571 und 1600 seinen Besitz in erheblichem Maße vermehrte. Er muss ein angesehener Bürger der Stadt gewesen sein, da ihm 1594 die Vormundschaft für die Kinder des verstorbenen Barthold NESTEY angetragen wird. Der Familienchronist Johann Heinrich Hennighausen (1786-1859) schreibt 1851, die Hennighausen seien aus Sachsen (gemeint ist hier Niedersachsen) nach Grebenstein gekommen und seinen adliger Herkunft. Sie seien im Rat der Stadt vertreten gewesen und hätten die Einnahmen und Ausgaben der Stadt verwaltet.

Möglicherweise lässt sich die Zuwanderung aus der Zeitgeschichte erklären. Landgraf Philipp von Hessen hatte 1526 für sein Land die Reformation eingeführt. Seit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 galt der Grundsatz "cuius regio eius religio". Das bedeutete, dass der Landesfürst die Religion seiner Untertanen bestimmte. Der Bevölkerung blieb also nur die Wahl die Religion ihres Herren anzunehmen, oft gegen ihren Willen, oder in ein Land zu wechseln, das die Ausübung des gewünschten Glaubens erlaubte. Manche Orte wechselten sogar mehrmals zwischen dem lutherischen, reformierten und katholischen Glauben.

Auf eine adlige Familie von Hennighausen gibt es im 16. Jahrhundert zwei Hinweise. Bei der Auflösung des Klosters Oberwerbe 1540 erhält die Nonne Agatha von Hennighausen eine Abfindung und verheiratet sich mit dem Pfarrer KERNEKAMP aus Freienhagen. Des weiteren wird im Nachtrag zum westfälischen Reiterbuch von 1574 ein Eberhard von Henninckhausen aufgeführt. Vermutlich ist es eher ein Zufall, dass in dem estländischen Familienzweig ein Jasper Hunninckhusen (*26. März 1544 in Köste/Estland) genannt wird. (Qu.: Baltischen Familiengeschichtlichen Mitteilungen, Jhrg. 4, Mai 1934, Nr. 2 mit dem Titel: Über das Geschlecht Hunninghusen (Hünnighusen, Hinnighusen, Henninghausen, etc. von Dr. O. Haller)

Immenhausen   Google Maps


„Ansicht von Immenhausen, 1646“, in: Historische Ortsansichten <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/oa/id/1980>

Um 1681/82 verzog Johannes Hennighausen (1648-1703) von Grebenstein nach Immenhausen. Sein Sohn Diedrich (1682-1757) wird in Immenhausen als Gemeindeherr und Ratsverwandter, also Mitglied des Stadtrats, genannt. Der letzte männliche Nachkomme in Immenhausen, Gernand Hennighausen, wurde 1751 geboren. Über seinen Verbleib ist nichts bekannt.

Burguffeln und Rotenditmold

Aufgrund der räumlichen Nähe zu Grebenstein soll hier noch ein Zufallsfund aus dem KB Burguffeln erwähnt werden. Noch nicht geklärt ist die Herkunft des Asmus Hennighausen (* um 1685), der sich am 10. Okt. 1717 in Burguffeln mit Anna Catharina Braun (* Okt. 1682, + 7. Apr.1743 in Burguffeln) verheiratete. Asmus war Soldat im Regiment “von Exterde“ (Qu: Kirchenbuch Burguffeln, Scan 138). Laut dem Eintrag willigte der Regimentskommandeur Generalmajor von Exterde in die Heirat ein. Die Dokumentation dieser Einwilligung hatte einen versorgungsrechtlichen Hintergrund für den Fall, dass der Ehemann zu Tode kommen würde. Ein Sohn, vermutlich aus dieser Ehe, Philip Hennighausen (*um 1718) aus Burguffeln, heiratet am 10.Jan.1740 Catharina Israel in Rotenditmold (KB Kirchditmold 1735 – 1753). Die Geburt des Philip ist im KB Burguffeln nicht belegt. Er wurde dort aber 1731 konfirmiert.

Kinder in Rotenditmold geboren:

1. Catharina Sophie (* 18. Sep. 1740), Patin war Catarina Sophie, Philip SÜSEn Tochter aus Dörnberg
2. Catarina Elisabeth (*12. Mai 1743, + 31. Dez. 1747), Patin war Catarina Elisabeth, Henrich LEDDERHOSEn Tochter in Rotenditmold
3. Anna Gerdrut (*25. Aug. 1746), Patin war Anna Gerdrut, Johannes NOLTEns Tochter daselbst.
4. Maria Elisabeth (get. 11. OKt. 1748, + 3. Dez. 1751), Patin war Maria Elisabeth, Johannes SPOHRens Ehefrau daselbst
5. Johannes (* 26. Jan. 1751, begr. 12. Dez. 1751), Pate war Johannes GÜCK daselbst
6. Anna Elisabeth (*8. Feb. 1753), Patin war Anna Elisabeth, Bernhard VAUPELs, des zeitigen Schulmeisters Ehefrau.

Vermutlich steht Asmus in keiner direkten familiären Beziehung zu den Grebensteiner oder Immenhäuser Hennighausen. Zum einen ist der Vorname Asmus bei diesen Familien nicht geläufig, und zum anderen gab es keinen Bezug zum Soldatenberuf. Weiterhin finden sich unter den Paten der Kinder des Philip Hennighausen kein Hennighausen, was dafür spricht, dass es im näheren Umfeld keine Familienangehörigen väterlicherseits gegeben hat..

Aufgestellt wurde das Regiment unter dem Namen „von Schöpping“. Das Standquartier wird mit Hofgeismar und Grebenstein angegeben. Der Oberst von Exterde übernahm das Kommando 1704. Die verheirateten Soldaten wohnten in Privatquartieren in der Alt- und Neustadt. Casimir Heinrich von Exterde wurde 1717 zum Generalmajor befördert. Ab 1713 war er Kommandant der hessischen Festung Rinteln an der Weser, von woher er auch stammte, und wo er 1718 auch verstarb. (Qu.: Matthias O.W. Richter, Leitung Cour de Cassel. https://cour-de-cassel.blogspot.com/)

Die Schwalm

Um 1700 wanderte Johann Wilhelm Hennighausen (*um1657) mit seiner Familie von Grebenstein in die Schwalm aus. Er war Verwalter auf verschiedenen adligen Gütern und wird 1711 genannt als Schefferscher Hofmann, auch Meyer von Hattendorf, erstmals 1715 als des Herrn von Lüders Hofmann zu Loshausen . Sein Sohn Johann George (1686-1750) stand ebenfalls im Dienst des Herrn von Lüder und später, als adliger Meyer zu Willingshausen, im Dienst der Familie von Schwertzell. Er erwarb die Bruchmühle zu Riebelsdorf und übergab sie (um 1746) seinem ältesten Sohn Johann Valentin (1721-1797). Die Mühle, die bis heute im Besitz der Familie Hennighausen ist, muss als Stammhof der nordhessischen Hennighausen angesehen werden. Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpften drei Hennighausen als hessische Söldner für die Engländer. Die Bruchmühle auf Google Maps.

Die Schwalm ist ein Fluss in Nordhessen, der im Vogelsberg entspringt und bei Felsberg in die Eder mündet. Die Region um den Mittellauf des Flusses, also um Schwalmstadt und Neukirchen, ist nach dem Fluss benannt und heißt die Schwalm

 

 

 

 

 

Verlaufskarte der Schwalm
( Quelle und ©, keine Änderung)

Großropperhausen   Google Maps

Im Jahre 1711 zeugte Johann George Hennighausen (1686-1750) mit Anna Kunigunde Wagner aus Großropperhausen ein uneheliches Kind Johann Conrad Hennighausen (Hennig) (1711-1786). Johann Conrads Nachkommen tragen den gekürzten Nachnamen Hennig. Allerdings wird in den Kirchenbüchern Großropperhausens immer wieder auf den Namen Hennighausen Bezug genommen. In männlicher Linie endet der Großropperhäuser Familienzweig Anfang des 19. Jahrhunderts.  Johann Wilhelm (*um1657 Grebenstein) wird beim Sterbeeintrag seiner Tochter im KB Alsfeld 1757 als "Baumbachischer Conductor zu Rupperhausen" genannt. Es könnte sein, dass die erste Anstellung als Verwalter nach dem Ortswechsel von Grebenstein in die Schwalm auf dem Gutshof der Familie von Baumbach in Großropperhausen war. Belege hierfür gibt es bisher nicht.

Hattendorf

Die Ersterwähnung der Familie Hennighausen als Pächter des Gutes der Familie von Scheffer in Hattendorf geht zurück auf einen Eintrag im KB Immichenhain / Hattendorf im Jahr 1711. Es handelt sich um die Kirchenbuße im Zusammenhang mit dem unehelichen Kind der Anna Kunigunde Wagner aus Großropperhausen. Der nächste Eintrag im KB 1715 bezeugt die Geburt einer Tochter der Christina Schmidt, die mit “Johan George Hennighausen, Sohn des Schefferschen Hofmannes Johan Wilhelm Hennighausen, in Unpflichten erzielet ward“. Die Heirat mit Christina Schmidt erfolgte im März 1718 in Hattendorf.

Loshausen

Am 22. Februar 1716 schloss Johann (Hans) Wilhelm Hennighausen von Grebenstein einen neunjährigen Pachtvertrag mit Erhardt Georg von und zu Lütter, Erbherr zu Loshausen.

Ich Erhardt Georg von und zu Lütter, Erb-
Herr zu Loshausen Uhrkunde undt bekenne hier-
mit, das ich mein zu meiner Burg alhier ge-
höriges Landt, so viel desen bishero selbsten
in Stellung gehabt zu 93 Mött Kornsaath,
Ziegenh. Maaß; nemblich im Wendelsberger Feldt
zu 35 Mött, im Nonnfeldt zu 30 Mött, undt
im Dohnkautenfeldt zu 28 Mött, ahn Hanß
Wilhelm Hennighausen,von Grebenstein
bürtig, undt desen Eheliche Hausfrau auff neun
Jahr lang à dato ahn folgender gestalt ver-
liehen undt verpfachtet habe, [...]
(HStAM, Bestand 340 Schenck zu Schweinsberg Loshausen Nr. 156) Pachtvertrag
Hans Willm Hennighaußen
vor mich und im Namen
meiner Hausfrauen
Johan Georg Hennighausen

Die Unterschriften unter den
Pachtvertrag

 

Im KB Zella wird Johann Wilhelm Hennighausen erstmals 1716 als Pate erwähnt. Nach seinem Tod 1722 übernahm der Sohn Johann Georg  die Verpflichtungen aus dem Pachtvertrag. Die Pächterfamilie Hennighausen hat in Loshausen den sogenannten Krengelshof bewohnt. Im Heberegister der von Lütter zu Loshausen (1711-1720) findet sich den Krengelshof betreffend folgender Eintrag: "Ein Haus hat der Herr von Lütter vor kurtzen jahren erbauen laßen, stehet oben nach der Kirchen zu bey dem gemeinen Dorff Backhauß. [...] Anno 1716 wurde das Haus vollends fertig undt eine Scheuer undt Schweinestall bey das Haus gebauet und der dießes jahr angenommene Meyer des Lütterischen Burghlandes Hans Wilhelm Henningshausen hinein gesetzt, und gefället (Abgaben entrichten) also nichts von dieser Hoffstätte undt Gebäuden".

Willingshausen   Google Maps

Johann George Hennighausen (1686-1750) zog um 1737 mit seiner Familie von Loshausen nach Willingshausen und war dort Verwalter auf den Gütern der Familie von Schwertzell. Die letzten männlichen Nachkommen in Willingshausen verstarben Mitte des 19. Jahrhundert kinderlos. Johann George erwarb die Bruchmühle in Riebelsdorf von Helwig Keller. Sein Sohn Valentin erlernte vermutlich in Willingshausen das Müllerhandwerk und erhielt von seinem Vater die Riebelsdorfer Mühle.

Riebelsdorf   Google Maps

Im Jahre 1746 heiratete der Bruchmüller Johann Valentin Hennighausen (1721-1797)  in Riebelsdorf die Witwe Elisabeth Schott. Sie war seit 1744 in Riebelsdorf mit Johann Adam KNAUFF auf dem Hof in der Erbsengasse verheiratet gewesen, welcher früh verstarb.  Aus der zweiten Ehe mit Johann Valentin gingen 8 Kinder hervor. Die beiden ältesten Söhne Johann George (*1748) und Johann Heinrich (*1749) sind die Stammväter des ersten und zweiten Hauptstammes zu Riebelsdorf, wobei sich der erste Hauptstamm in zwei Unterstämme teilt..

Riebelsdorf - Erster Hauptstamm

Johann George Hennighausen (1748-1808) ist der Stammvater des ersten Hauptstammes, der sich in der Folgegeneration in zwei Unterstämme teilt. Johann George heiratete 1781 Anna Elisabeth Haupt. Der Ehevertrag ist im Original erhalten und befindet sich im Besitz von Kurt Hennighausen (*1953).

Unterschriften unter dem Ehevertrag
Neukirchen d. 13. Sept. 1781

Johann Georg Hennighaußen
Anna Elisabetha Häuptin

Vallendin Hennighaußen

Johannes Friedrich
Joh. Henrich Riebeling Obergrebe
Johannes Blumenauer

Joh. Henrich Hennighausen

Riebelsdorf - Erster Unterstamm

Johannes Hennighausen (1784-1863) ist der Stammvater des ersten Unterstammes. Die Nachkommen waren über viele Generationen in Riebelsdorf als Landwirte ansässig. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhundert gab es im Ort sieben landwirtschaftliche Familienbetriebe mit Namen Hennighausen. Zu diesem Unterstamm gehören auch die Familien in Leimsfeld, Röllshausen, Alsfeld, Homberg/Efze, Marburg, Schwalmstadt, Freiburg und Heide. Die Bruchmühle ist bis zum heutigen Tag (2024) im Besitz der Familie.


Die Verteilung der Hennighausen Höfe in Riebelsdorf in den 1960er Jahren. Die roten Punkte markieren die Höfe, die in zurückliegender Zeit auch von Hennighausen bewohnt wurden. OpenStreetMap contributors)

  1. Johannes Hennighausen (1924-1994) Dorfname: Huses , Hoos), mein Elternhaus
  2. Johann Georg Hennighausen (1938-2019) (Dorfname: Wällns, Well)
  3. Georg Hennighausen (1936-1923) (Dorfname: Böhmgotts, Baumgards, Gastwirtschaft)
  4. Johann Heinrich Hennighausen (1921-2002) (Dorfname: Fiesesch, Fieser),
    Aussiedler auf Hof 7
  5. Johann Heinrich Hennighausen (1932-2021) (Dorfname: Mellerhannarches)
  6. Johannes Hennighausen (1932-2009) (Dorfname: Schlemmesch, Schlemmer)
  7. Johann Heinrich Hennighausen (1921-2002) (Dorfname: Fiesesch, Fieser), siehe 4)
  8. Paul Hennighausen (1923-2001) (Dorfname: Mellesch, Müllers)

Heute im Jahr 2024 gibt es die Hennighausen noch auf Hof 1, 3, 7 und 8.


Johannes (*1932), Johannes (*1924), Martin (*1928), Georg (*1936)

Johann Georg (*1936), Johann Heinrich (*1921), Johannes (*1924)

Johann Heinrich (*1932), Martin (*1928), Paul (*1923)
Familientreffen der Riebelsdörfer Hennighausen in der Gastwirtschaft von Georg Hennighausen anlässlich eines Besuchs von Martin Hennighaußen aus Irschenhausen Anfang der 1970er Jahre.

 

 

Fotos: © Dr. Helmut Hennighausen

Riebelsdorf - Zweiter Unterstamm

Sein jüngerer Bruder Johann Heinrich Hennighausen (1786-1859) ist der Begründer des zweiten Unterstammes. Er wurde im Alter von 16 Jahren zum Militär eingezogen und sah sein Elternhaus, die Bruchmühle, erstmals im Alter von 40 Jahren wieder. Er kämpfte in den Napoleonischen Kriegen als Kürassier und war nach der Militärzeit Bezirkskommandant der Gendarmerie in Bad Hersfeld. Er pflegte seinen Kindern zu sagen: "Das einzige, was ich euch mitgeben kann, ist eine gute Schulbildung". Die Kínder mussten selbst im Winter bei offenem Fenster schlafen. Er legte Wert auf körperliche Ertüchtigung, und in der Hausbibliothek waren alle großen deutschen Schriftsteller vertreten. Sein Wunsch, dass keiner der Söhne je Soldat würde, erfüllte sich, jedenfalls auf deutschem Boden. Er verbrachte seinen Lebensabend in Rotenburg an der Fulda und starb an den Folgen eines Reitunfalls.

seine Ehefrau Maria Catharina SCHULZE

Sieben seiner zehn Kinder wanderten Mitte des 19. Jahrhunderts nach Amerika aus. Der älteste Sohn Wilhelm Hennighaußen (1831-1906) verehelichte sich in Regensburg und betrieb später in Nürnberg ein Fassholzgeschäft und ein Geschäft mit wasserdichten Decken. Seine Lebensgeschichte ist  in WEBTREES nachzulesen. Ein Sohn Franz wurde Kaufmann und lebte in Garmisch Partenkirchen. Die Tochter Fanny, verheiratet mit Hermann BACH, betrieb die Villa Erika, eine Pension in Locarno. Heinrich Paul HERMANN wurde Kaufmann und war später in den Anstalten Bethel in Bielefeld als Buchhalter tätig. Die Nachkommen dieses Zweiges lebten / leben  in Nürnberg, Irschenhausen, Peißenberg und Bethel.

 

Foto: Wilhelm Hennighaußen (1831-1906)
© Familienbesitz

   Wilhelms Kinder, zu Besuch ist die Cousine Sophie Hennighausen aus Amerika (© Familienbesitz)

Der jüngste Sohn Heinrich Hennighausen (1843-1889) ging zur Ausbildung nach Regensburg zu seinem ältesten Bruder Wilhelm und betrieb später ein Fassholzgeschäft in Düsseldorf. Er starb im alter von 45 Jahren. Sein ältester Sohn Willy (1870-1914) war Bürgermeister von Gerresheim, der jüngere Sohn Kurt (1874-1961) machte eine Ausbildung im Bankwesen in London und Antwerpen. Er war Privatsekretär Emanuel Nobels in St. Petersburg, einem Neffen des berühmten Alfred Nobel. 1920 wurde er stellvertretender Direktor der Diskonto Gesellschaft in Berlin und 1924 Direktor der Filiale der Diskonto Bank in Lübeck. Kurts überaus interessanten Lebenslauf findet man in WEBTREES. Die Nachkommen der beiden Brüder leben heute in Berlin, Neumünster, Flensburg, Heusenstamm und Überlingen

Foto: Heinrich Hennighausen (1843-1889)
© Familienbesitz

Ab 1852 wanderten sieben Kinder nach Amerika aus. Karl August (Charles) (1835-1926) betrieb in Richmond /Virginia ein Tabakwarengeschäft, Dr.h.c Friedrich Philip (Frederick) (*1839-1922) wurde Theologe und war über 25 Jahre Pastor an der St. Stevens Church in Baltimore. Ludwig Paul (Louis) (*1840-1918) wurde ein angesehener Rechtsanwalt in Baltimore. Er war Mitbegründer der German Society of Maryland und deren Präsident von 1901 bis 1906. Angemerkt sei noch, dass er im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Nordstaaten kämpfte, während sein älterer Bruder Karl August für die Südstaaten ins Feld ziehen musste. Die Nachkommen leben heute in Baltimore-Pfarrer Frederick, Baltimore-Rechtsanwalt Louis, New Jersey, Dallas/Texas, Rosswell/New Mexico, St Louis, und California.

    
            Charles                                       Frederick                                      Louis

Diese drei hatten einen älteren Bruder Georg (George) (1833-73), der als erster der Familie beschloss nach Amerika auszuwandern. Georg und Karl August verließen Deutschland am 15. Juni 1852 mit dem Segelschiff  "Elbe" von Hamburg aus und erreichten am 31. Juli New York. Sie bildeten sozusagen einen Brückenkopf für die dann nachfolgenden Geschwister. Georg führte ein unglückliche Ehe, die Gründe hierfür sah er bei seiner Schwiegermutter. Er vernachlässigte sein Geschäft, verließ seine Familie und nahm sich 1873 das Leben. Die Nachkommen des Georg leben heute in Massachusetts, Kalifornien und Maryland.

 

Riebelsdorf - Zweiter Hauptstamm

Johann Heinrich Hennighausen (1749-1812) heiratete 1766, um dem Militär zu entgehen, im Alter von 17 Jahren in Riebelsdorf Anna Catharina SEMLER aus Zella. Einiges spricht dafür, dass er Nachfolger auf dem Hof des verstorbenen ersten Ehemannes seiner Mutter, Johann Adam KNAUFF, wurde. In der Folgegeneration wohnt die Familie im sog. Bornhansehaus in Riebelsdorf. Die Familie verarmte in einer Zeit, in der in Deutschland große Not, Armut und Hunger herrschten. Die Kinder verdingten sich als Tagelöhner.

Johann Henrich (1797-1854) wohnte bei seinem Tod als Mieter in dem keinen Haus des Garnhändlers SCHREINER hinter der Kirche. Das uneheliche Kind  seiner Tochter Anna Katharina (1831-57) starb 1856 im Alter von 2 Jahren im Gemeindearmenhaus. Anna Katharina und ihre Mutter starben 1857 nur wenige Tage nacheinander ebenfalls im Armenhaus. Der jüngste Sohn der Familie war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 10 Jahre alt. Welche Not in dieser Familie geherrscht haben muss, kann man sich kaum vorstellen. Die Nachkommen dieses zweiten Hauptstammes finden sich in Obergrenzebach, Wiera, Olberode, Breitenbach, Gehau, Berfa, Schorbach, Ottrau, Neukirchen, Holzburg, Altenburg, Dankersen, Witten, Moischeid, Aachen und Berlin.